Pelletheizsysteme

Pelletheizsysteme


         Wer mit Pellets heizen möchte, hat die Wahl zwischen Einzelöfen für den Wohnraum und Zentralheizungen, die meist im Keller eingebaut werden und das ganze Haus mit Wärme versorgen. Beide Systeme fördert der Staat mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 3.600 Euro.
    Einzelöfen

Pellet Einzelofen

  Pellet-Einzelöfen dienen hauptsächlich der Beheizung einzelner Räume und stehen wie Kaminöfen im Wohnbereich des Hauses. Ihre Leistung beträgt bis zu elf Kilowatt. Dank eines eleganten Designs machen die öfen auch eine gute Figur und sind ein echter Hingucker. Einzelöfen lassen sich in luftgeführte und wasserführende Pelletöfen unterscheiden. Letztere haben den Vorteil, dass sie sich mit einem Pufferspeicher auch in ein Heizsystem mit Solarkollektoren einbinden lassen.

Vorratsbehälter
         Pelletöfen besitzen einen vom Brennraum abgetrennten Vorratsbehälter, der in regelmäßigen Abständen von Hand befüllt werden muss. Der Behälter ist so ausgelegt, dass der Vorrat für eine – vom Heizbedarf abhängige – Brenndauer bis zu drei Tagen ausreicht. Das Auffüllen von Pellets ist auch während des Heizbetriebes gefahrlos möglich. Eine Förderschnecke transportiert die Pellets aus dem Vorratsbehälter in den Verbrennungsraum, wo sie elektrisch entzündet werden. Eine zuvor am Ofenthermostat eingestellte Heizleistung bzw. gewünschte Raumtemperatur bestimmt die Menge der eingetragenen Pellets. Bei hochwertigen Anlagen regelt eine digital-elektronische überwachung das Verhältnis von Verbrennungsluft, Pelletmenge und Betriebstemperatur. Die optimierten Bedingungen garantieren einen idealen Verbrennungsvorgang mit geringen Emissionen und hohen Wirkungsgraden bis zu 95 Prozent. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) schießt beim Kauf eines Einzelofens 500 Euro dazu.
    Zentralheizungen

Kessel    


         Zum Beheizen von Ein- und Mehrfamilienhäusern allein mit Holzpellets eignen sich Pellet-Zentralheizungen. Sie werden im Heizraum eines Gebäudes installiert. Der Handel bietet halb- und vollautomatische Pellet-Zentralheizungen an. Beide Heizungstypen unterscheiden sich lediglich in dem Arbeitsaufwand bei der Befüllung ihres Vorratsbehälters bzw. Lagerraums.
Vollautomatische Anlagen sind wahlweise über eine Förderschnecke oder eine Saugaustragung mit dem Lagerraum oder -tank verbunden, aus dem die Pellets vollautomatisch zum Heizkessel transportiert werden. Der Lagerraum ist im Idealfall so konzipiert, dass nur einmal im Jahr Pellets geliefert werden müssen. Da eine Beschickung von Hand hier entfällt, kann die vollautomatische Pellet-Zentralheizung in Sachen Bedienkomfort ohne weiteres mit herkömmlichen Ölheizungen konkurrieren. Bei modernen Geräten passt eine Mikroprozessorsteuerung die Menge der eingetragenen Pellets der Kesselleistung an. Lediglich die Entleerung der Aschebox – in der Heizsaison meist in monatlichen Abständen – erfolgt von Hand. Im Gegensatz zu den Einzelöfen, bei denen die Abgabe von Strahlungs- und Konvektionswärme zur Beheizung des Wohnraumes erwünscht ist, sind Zentralheizungen zur Reduzierung von Abstrahlungsverlusten vollständig wärmegedämmt.

                          Funktionsweise einer Pelletsheizung

Für den Betrieb eines Holzpelletkessels ist ein Pufferspeicher nicht zwingend erforderlich, da dieser aufgrund der modulierenden Verbrennung (Leistungsregelung entsprechend dem Wärmebedarf) auch im Teillastbetrieb mit guten Wirkungsgraden betrieben werden kann. Ein Pufferspeicher erhöht jedoch den Komfort der Heizungsanlage und lässt eine besonders effiziente Energieausnutzung zu: Er reduziert die Zahl der Brennerstarts und lässt den Heizkessel immer im Volllastbetrieb laufen. Dies erhöht den Wirkungsgrad und reduziert die Emissionen. Gerade für Gebäude mit einem niedrigen Wärmebedarf ist der Einbau eines Pufferspeichers empfehlenswert. So können die Wohnräume beispielsweise an weniger kalten Tagen mit einmaligem Heizen pro Tag auch noch mehrere Stunden nach Ausbrand des Kessels mit warmem Heizungswasser aus dem Pufferspeicher beheizt werden.

Der Heizraum sollte vorzugsweise an die Außenmauer des Gebäudes angrenzen, um eine direkte Belüftung zu gewährleisten (Verbrennungsluftversorgung des Pelletkessels). Ansonsten muss durch ein zusätzliches Lüftungsrohr zur Außenmauer für die notwendige Verbrennungsluftversorgung gesorgt werden.

Pelleteinzelöfen und -zentralheizungen lassen sich mit einer Solaranlage kombinieren. Hierfür ist der Einbau eines Kombi-Pufferspeichers erforderlich. Er bildet die Schnittstelle zwischen Solaranlage und Heizung: Die Solarkollektoren übernehmen ganzjährig den Hauptteil der Wassererwärmung. Je nach Gebäude und Auslegung der Solaranlage wird so bis zu einem Drittel des Wärmebedarfs von der Sonne erzeugt. Liefert die Sonne nicht genug Energie, schaltet der Regler automatisch die Heizung an. Wer eine Pelletheizung mit einer Solaranlage verbindet, erhält zusätzlich zum Mindestförderbetrag von 2.000 Euro einen regenerativen Kombinationsbonus in Höhe von 750 Euro.